Was machte die TSG besser als (fast) alle anderen Mannschaften?

Deshalb finde ich TSG Hoffenheim bewundernswert!

TSG Hoffenheim im Training ©GettyImages

Wahrlich war die TSG Hoffenheim der erste Bundesligaclub, an dem sich die Geister schieden. Wie auch bei den Kollegen aus Leipzig gab es hier die Traditionalisten, die das „Plastik-Produkt“ Hoffenheim nicht akzeptierten. Und auch ich als Fan einer 2.Liga Mannschaft sah das Projekt sehr kritisch. Doch darum soll es hier nicht gehen.

Im Nachhinein muss ich sagen, hat mich der Aufstieg und die erste Bundesliga Saison der TSG Hoffenheim stark beeindruck. Dies ist auch der Punkt, weshalb ich Hoffenheim inzwischen attraktiv finde:

TSG Hoffenheim sah als erstes den Trend der Fußball-Fitness

In der 2. Liga Saison 07/08 stieg die TSG Hoffenheim nicht unbedingt überraschend als Tabellen 2. hinter Gladbach auf. Der Grund war zum einen natürlich das Geld (bei 18,5 Millionen Ausgaben… ) aber auch der Trainer: Ralf Rangnick formte hier eine Truppe, die sowohl taktisch als auch spielerisch den meisten Mannschaften übertraf. Doch Rangnick erkannte schnell, dass dies zwar für die 2. Liga (knapp) reicht, aber in der Bundesliga andere Ansprüche sind. Was also tun?

Rangnick geht den unkonventionellen

Natürlich hätte sich die TSG Hoffenheim hier nun teure Spieler kaufen können, welche die Qualität für die Bundesliga haben. Rangnick vertraute jedoch auf sein Team und gab im Sommer „lediglich“ 11 Millionen Euro für Ergänzungsspieler und einen breiten Kader aus. Die Stammmannschaft blieb zusammen.

In der Vorbereitung legte die TSG Hoffenheim den Fokus stark auf die „Komplexe Athletische Dynamik“. Vereinfacht gesagt spricht dies für die moderne Fußballfitness. Es wurden viele Übungen im Kraftbereich gemacht und viel Wert auf die körperliche Fitness der Spieler gelegt. Alle Trainingseinheiten wurden darauf abgestimmt: Aufwärmprogramm, Stabilisations- und Kraftübungen, spielerische und taktische Übungen und auch das Konditionstraining. Dies war ausschlaggebend für die Herbstmeisterschaft 2008.

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Aber Moment, da gab es doch noch…

Wenn Du jetzt an Krafttraining, Medizinbälle und Treppenläufe denkst, hast Du bestimmt jemand anderes im Hinterkopf… Felix Magath. Ja, auch Felix legte viel Wert auf Krafttraining, ließ seine Spieler mit Medizinbälle den „Magath-Hügel“ hoch und runter rennen. Magath’s Methoden waren im Vergleich mit Rangnick jedoch eher altmodisch.

Was brachte dies der TSG Hoffenheim in der Hinrunde 08/09?

Die TSG war den meisten Bundesligamannschaften überlegen: höhere Laufleistung, mehr intensive Sprints, längere intensive Intervalle, weniger Regenerationszeit. Die Hoffenheimspieler waren in der Lage, höhere Belastung auf sich zu nehmen und somit den sehr laufintensiven Offensivfußball im „neu“ entdeckten 4-3-3 stand zu halten.

Aus dem Buch "Die perfekte Fußballschule"

Fazit für alle Amateurfußballer:

Versuche aus diesem Beispiel zu lernen und übernimm dieses Mindset für dich. Es ist extrem wichtig, seine Fußball Fitness zu fördern. Im Profifußball ist es nun seit einem Jahrzehnt gang und gebe – doch in den unteren Ligen ist dies nur teilweise angekommen.

Leg deinen Fokus beim Einzeltraining auf die Fußball-Fitness. Damit meine ich nicht, dass Du nun nur noch im Fitness Studio deine Beine trainierst. Versuche spielecht zu trainieren. Es gibt viele Übungen mit Gewichten, aber auch ohne Gewichte oder mit kleinen Helfern (elastische Bänder, Medizinball etc.) die spielecht sind und den Bewegungen eines Fußballers gleich kommen.

Tipps:

  • Lege den Fokus auf Komplexe Athletische Dynamik (Fußball-Fitness)
  • Trainiere spielecht
  • Probiere Intervall-Läufe aus und ersetze dadurch die „normalen“ Dauerläufe
  • Hol dir elastische Bänder, denn diese Übungen sind meistens „spielecht“

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Marcel Oude-Wesselink

Marcel Oude-Wesselink

Coach

„Mit meinem Wissen als Trainer und Spieler möchte ich versuchen, mehr Qualität in den Amateurfußball zu bringen. Hierbei versuche ich, taktische Komponente in Artikel auf zu greifen und Tipps & Tricks für den Bereich Fußball Fitness zu präsentieren.“